Wir nennen es "e-Motorroller"

In diesem Beitrag gehen wir auf das Potential von Motorrollern mit Elektroantrieb in der urbanen Mobilität ein und erklären warum wir sie von jetzt an e-Motorroller nennen.

 

Was sind e-Roller oder Elektroroller? Je nachdem welchen Medienbericht man gerade liest handelt es sich entweder um e-Scooter (e-Tretroller) oder um Motorroller mit Elektroantrieb („Elektro-Vespa“).

Es wird vor allem dann unübersichtlich, wenn Infos, Zahlen, Daten und Fakten dieser beiden auch durcheinander gewürfelt werden. Was in manchen Medienberichten leider bis heute geschieht.

Ist das nicht relativ egal, weil es sich doch bei beiden um mehr oder weniger „Nischen“-Fahrzeuge handelt?

Angesichts der sich langsam durchsetzenden Erkenntnis, dass der Autoverkehr (insbesondere mit Verbrennungsmotor) in Städten aufgrund seiner Klima-, Gesundheits-, Lärm- und Raumfolgen zunehmend durch Alternativen ersetzt werden sollte, sind begriffliche Unklarheiten aber tatsächlich ein unnötiges weiteres Hindernis.

Das ist gerade im Fall von „Elektro-Vespas“ bedauerlich, da diese tatsächlich das Potential besitzen große Teile des Autoverkehrs in Städten intelligent zu ersetzen, wie Beispiele in anderen Ländern zeigen.

 

Fakten

 

Kurz ein paar Fakten zu „Elektro-Vespas“:

  • Es gibt sie in zwei Klassen. Vereinfacht gesagt, eine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Km/h, die auch mit dem normalen PKW Führerschein gefahren werden darf, und eine mit Höchstgeschwindigkeiten über 45 Km/h, für die es seit Anfang 2020 ein optionales "PKW-Füherschein-Upgrade“ gibt (nach ein paar zusätzlichen Theorie- und Praxis-Stunden, ohne eine weitere Prüfung).
  • D.h., alle innerstädtische Strecken, für die sonst das Auto benutzt wird, können auch mit ihnen zurückgelegt werden.
  • Dank des offenen Durchstiegs sind sie einfacher und bequemer zu nutzen, als die meisten anderen elektrischen Zweiräder (z.B. e-Motorräder). Sie eignen sich daher auch für Leute, die nicht mehr 20 oder 30 Jahre alt sind.
  • Sie haben in der Regel im offenen Fußraum Gepäckhaken, an denen sich Taschen einhängen lassen, viele haben auch Gepäckträger. D.h., sie sind für normale Einkäufe gut nutzbar.
  • Sie lassen sich zu zweit fahren.
  • Sie werden wie Fahrräder, Pedelecs und e-Lastenräder zunehmend ganzjährig genutzt, solange nicht gerade übermässig starke Regenschauer drohen, oder Glätte.

 

Die ökologischen und auch ökonomischen Vorteile sind jedoch noch größer:

  • Sie fahren wie alle Elektrofahrzeuge praktisch lärmfrei und lokal abgasfrei.
  • Für ihre Herstellung werden erheblich weniger Ressourcen und Energie verbraucht als für jedes Auto.
  • Ihre Batterien sind bei fast allen Modellen entnehmbar, und können problemlos zum Laden an der eigenen Steckdose (hoffentlich mit Ökostrom) in die eigene Wohnung mitgenommen werden.
  • Also: es muss keine Ladeinfrastruktur aufgebaut werden.
  • Auf 100 Km verbrauchen sie nur Strom für ca. einen Euro.
  • Sie beanspruchen sowohl im Verkehr, als auch beim Parken, nur einen Bruchteil des Raumes, den PKW benötigen.

 

Motorroller mit Elektroantrieb haben das Potential einen spürbar großen Teil der Lücke zwischen Fahrrädern, Pedelecs, e-Lastenrädern und e-Scootern auf der einen Seite, und den öffentlichen Verkehrsmitteln auf der anderen Seite, zu schließen. Also den Platz, den zur Zeit Autos so dominant in Städten einnehmen.

 

Öffentliche Wahrnehmung

 

Leider werden Motorroller mit Elektroantrieb (in Deutschland) in der Öffentlichkeit, den Medien oder der Politik bisher nicht wahrgenommen, obwohl ihre Verkaufszahlen jedes Jahr deutlich wachsen.

Wenn wir mit "Elektro-Vespas" unterwegs sind, sind Leute (über 30 Jahre) immer wieder (sehr angenehm) überrascht, dass diese Roller elektrisch, leise und abgasfrei sind und drücken uns ihre Zustimmung in Worten und Blicken aus.

Der Fokus liegt auf „überrascht“, weil Elektroroller eben öffentlich kaum besprochen werden. Elektromobilität bedeutet für die meisten Leute, Medien und auch Politiker, Elektroautos. Die dringend notwendige Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs, z.B. den Dieselbussen, Taxis und anderen Fahrzeugen mit hoher jährlicher Kilometerleistung, wird in der breiten Öffentlichkeit ebenso übersehen, wie die Potentiale von z.B. e-Lastenrädern und um so mehr auch von Motorrollern mit Elektroantrieb.

Und weil sich bisher noch nicht einmal eine eindeutige Bezeichnung für Motorroller mit Elektroantrieb durchgesetzt hat, ist es um so schwerer explizit auf sie Aufmerksam zu machen.

Zurück zur Frage am Anfang: Was sind e-Roller oder Elektroroller?

 

Eindeutige Bezeichnung

 

In Deutschland hat sich für e-Tretroller (e-Kick-Scooter, e-Trotinett, Trotti) der Begriff e-Scooter durchgesetzt. Für „Elektro-Vespas" hat sich leider noch kein eindeutiger Begriff wirklich etabliert.

Meist werden sie einfach Elektroroller genannt. Doch das ist, wie gesagt, mißverständlich. Wir haben Sie bisher in unseren Beiträgen dennoch immer Elektroroller genannt und am Anfang unserer Texte wenigstens einmal „Motorroller mit Elektroantrieb“ dahinter geschrieben, um Verwechslungen zu vermeiden.

Nachdem wir in den vergangenen Wochen unterschiedliche Begriffe bewusst in Gesprächen mit sehr vielen verschiedenen Leuten (sowohl „normale“ Leute, als auch Leute vom Fach) ausprobiert haben, haben wir uns jetzt entschlossen den bisher kaum genutzten Begriff "e-Motorroller" konsequent in allen unseren Beiträgen und Aktivitäten zu verwenden.

Wir hoffen, dass sich uns viele anschließen und damit die öffentliche Diskussion um die mögliche zukünftige Rolle von e-Motorrollern bei der Gestaltung einer lärm-, abgasfreien und nachhaltigeren Mobilität in Städten etwas erleichtert.

 

 

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